Die Kolonisierung und Missionierung eines Landes war abhängig von strategisch wichtigen Straßen und Flußläufen. Für das Enstehen von Herrieden war beides gegeben: Die Altmühl als Wasserstraße und eine Handelsstraße, die von Donauwörth nach Fulda führte.
Der fränkische Grundherr Cadolt (Cadolzburg), der in dieser Gegend viele Besitztümer besaß, sammelte glaubensstarke Männer, die bereit waren, nach den Regeln des heiligen Benedikt zu leben und zu wirken. Er gründete im Jahr 782 auf dem Areal der heutigen Frauenkirche ein Kloster, stattete es reich mit Grund und Boden aus und sicherte damit die Lebensgrundlage der Mönche.
Cadolt schenkte sein Kloster dem Frankenkönig Karl, der seinen Vertrauten Deocar als ersten Abt einsetzte.
Im Jahr 888 wurde das Herriedener Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt, an dessen Spitze nunmehr der Probst stand, der dem Bischoff von Eichstätt in besonderer Weise verpflichtet war.
Das Leben in den alten Klostermauern hatte sich mit der Umwandlung grundlegend geändert.
An Stelle der Mönche zogen in die Klosteranlage die Kanoniker
ein, die sich später „Chorherren” nannten. Diese Chorherren
bezogen eigene Wohnungen oder ließen sich stattliche Häuser
rund um die Stiftskirche bauen.
Eine ganz besondere Ehrung und Auszeichnung wurde dem Chorherrenstift
Herrieden durch Kaiser Karl IV im Jahre 1358 zuteil:
Er schenkte ihm eine vergoldete Monstranz mit einer kostbaren
Reliquie des heiligen Veit (bis heute noch im Besitz der Kirche)
und ließ für das Stift einen Schutzbrief ausstellen.
Fotos: Max Brenner
