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FairTrade


Fairplay in den Herrieder Kindertagesstätten

Fairplay in den Herrieder Kindertagesstätten

Die derzeit laufende Fußballweltmeisterschaft in Katar hat der Weltöffentlichkeit vor Augen geführt, in welchem Ausmaß Arbeiter:innen noch immer ausgebeutet werden.

Dabei ist das Problem im Sport keineswegs auf den Bau von Stadien und Infrastruktur beschränkt, auch bei der Herstellung von Bällen werden die Rechte von Arbeitnehmer:innen häufig missachtet. Gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, Löhne unter Mindestlohnniveau und Kinderarbeit sind in der vorwiegend in Pakistan produzierenden Branche an der Tagesordnung. Nur wenige Firmen halten sich internationale Standards und sorgen für sichere Arbeitsbedingungen und ein existenzsicherndes Einkommen. „Vielen ist nicht bewusst, dass Sportbälle noch mit der Hand genäht werden. Etwa 1000 Nadelstiche braucht es z.B. für einen Fußball. Für ihre Arbeit erhalten die Näher:innen in Pakistan in der Regel keinen Stundenlohn, sondern werden nach Anzahl der genähten Bälle bezahlt. Das führt dazu, dass viele Frauen mehr als 10 Stunden oder auch am Wochenende arbeiten und auch die Kinderarbeit ist in dieser Branche leider noch verbreitet“, so Franziska Wurzinger, Vorsitzende des Eine Welt Vereins und Beauftragte für kommunale Entwicklungspolitik in Herrieden.

Im vergangenen Jahr stand der faire Handel im Sport besonders im Mittelpunkt. Unter dem Jahresmotto „Fairplay“ organisierten die Stadt Herrieden, die Steuerungsgruppe Faire Stadt und der Eine Welt Verein verschiedene Veranstaltungen, um auf die problematischen Produktionsbedingungen bei der Sportartikelherstellung aufmerksam zu machen. Unter anderem wurde die Ausstellung „Fot for fair – Sport trifft fairen Handel“ in der Sparkasse Herrieden präsentiert. Ein wichtiger Teil des Jahresprogramms war zudem die Bestellung von fair produzierten Bällen für die örtlichen Schulen und Kindertagesstätten als faires Jahresprodukt. Aufgrund erheblicher Lieferschwierigkeiten trafen die in einem besonderen Herrieder Design gestalteten Sportgeräte allerdings erst im November 2022 in Mittelfranken ein.

Ein erster Teil der Lieferung wurde nun an die Herrieder Kindertagesstätten übergeben. Gemeinsam überreichten die Erste Bürgermeisterin Dorina Jechnerer, sowie die Beauftragten des Stadtrates für kommunale Entwicklungsarbeit Zweiter Bürgermeister Andreas Baumgärtner und Franziska Wurzinger am 16.11.2022 vor dem Stadtschloss den anwesenden Vertreterinnen der Kitas jeweils drei „Mini Airless“-Bälle, die speziell für kleine Kinder geeignet sind. Dabei betonten sie, dass durch die Fairtrade-Zertifizierung der Bälle, die Einhaltung der Arbeitsrechte der Näher:innen sichergestellt ist       

Im Anschluss an die Ballübergabe konnten sich die Kita-Vertreterinnen über das Projekt „Eine Welt Kita: fair und global“ informieren. Die Kampagne hat das Ziel, Eine Welt-Themen und das Globale Lernen als Bildungskonzept in bayerischen Kindertageseinrichtungen zu etablieren. Dadurch soll das Verständnis für die globale Entwicklung geschärft und die Bedeutung des Einsatzes für eine gerechtere, ausgewogenere und friedlichere Welt aufgezeigt werden soll. Im Kita-Alltag bedeutet das, den Kindern die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen über die Bedeutung von Vielfalt und Einzigartigkeit, sowie der Verhinderung von Diskriminierung zu sammeln. Zudem sollen sie ein Verständnis von sozialer Gerechtigkeit, nachhaltigem Konsum und globalen Zusammenhängen entwickeln. Um die Intentionen hinter dem Projekt zu verwirklichen, können sich Kindertageseinrichtungen bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen zur „Einen Welt Kita“ zertifizieren lassen. Sie verpflichten sich damit, die Projektinhalte zu einem Teil ihrer alltäglichen Bildungsarbeit zu machen. Gleichzeitig erhält das pädagogische Fachpersonal Unterstützung – beispielsweise in Form von Weiterbildungen – bei der Umsetzung.

In Herrieden hat die „Eine Welt Kita“ bereits Anklang gefunden. In diesem Jahr konnte die St. Deocar Kindertagesstätte ihren Zertifizierungsprozess abschließen und die Auszeichnung in Empfang nehmen. Das soll aber möglichst nur der Anfang sein. Um die weitere Verbreitung zu unterstützen, haben die Stadt Herrieden, die Steuerungsgruppe Faire Stadt Herrieden und der Herrieder Eine Welt Verein nun gemeinsam eine Informationsveranstaltung für die Leitungen, Erzieher:innen und interessierte Eltern zur Kampagne organisiert. Unter dem Dach des Fairen Landkreises Ansbach wurden auch etwas 100 Kindergärten und Tagesstätten landkreisweit eingeladen.

Die Projektkoordinatorin der „Eine Welt Kita“-Kampagne, Berit Schurse gab im Herrieder Stadtschloss einen Einblick in die Inhalte und den Zertifizierungsprozess. Sie würde dafür über die große Leinwand des Ratssaals zugeschaltet. Zudem berichteten Erzieherin Diana Oppelt und Marina Nüßlein, Vorsitzende des Elternbeirats, über die Umsetzung des Projekts in der St. Deocar-Kita. Der Verlauf der Veranstaltung machte deutlich, dass das Interesse an dem Thema durchaus groß ist. So war nicht nur der Großteil der Herrieder Kitas vertreten, auch aus Burgoberbach und Feuchtwangen hatten sich Erzieherinnen ins Stadtschloss aufgemacht. Neben den spannenden Einblicken in das Projekt „Eine Welt Kita“ konnten somit auch neue Vernetzungsmöglichkeiten gewonnen werden. Viele Anwesende sicherten zu, die Möglichkeit einer Zertifizierung ihrer Einrichtung zu prüfen. Die Stadt Herrieden wird sich weiter für die Kampagne „Eine Welt Kita: fair und global“ einsetzen und die interessierten Kitas beraten und unterstützen.