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Schweiz-Gründung vor Herrieden?

Schweiz-Gründung vor Herrieden?

HERRIEDEN (ab) – Wurde vor 700 Jahren vor den Toren Herriedens die Schweiz gegründet? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem Bürgermeister Alfons Brandl in das katholische Pfarrheim den Schweizer Historiker Peter Niederhäuser aus Winterthur eingeladen hatte.

Der freischaffende Geschichtswissenschaftler und nach Aussagen des Herrieder Geschichtsbeauftragten Karl Buckel derzeit beste Kenner der Habsburger Geschichte und des Urkundenbestandes über die Herrscherdynastie in den Archiven, blickte zurück auf das Jahr 1316, als Herrieden von Ludwig dem Bayern belagert wurde.

Herriedens Bürgermeister Alfons Brandl dankte in seiner Begrüßung nicht nur dem Ensemble der Musikschule Herrieden/Dinkelsbühl, das Musik aus dem Spätmittelalter, der Renaissance und der Neuzeit aufführte, sondern auch dem Historiker Peter Niederhäuser, der ein Fenster in die Zeit vor 700 Jahren öffnete. Eigens aus München seien zwei Schweizer Fahnen herbeigeschafft worden, so Brandl, um den Gründungstag der Eidgenossenschaft auch im Stadtbild gebührend zu würdigen. Der Bedeutung des Anlasses angemessen, durfte sich Peter Niederhäuser auch vor seinem Vortrag in das Goldene Buch der Stadt Herrieden eintragen.

Karl Buckel berichtete in einer Einführung von seinen Bemühungen, Licht in das Dunkel der von Ludwig dem Bayern bei der Belagerung vor den Toren Herriedens ausgestellten Urkunden zu bringen. Ausgangspunkt sei eine Sitzung des Kulturausschusses gewesen, bei der Werner Herzog auf das Datum 29. März 1316 hingewiesen habe. Karl Buckel wurde in dieser Sitzung mit der genauen Erforschung der Bedeutung dieses Datums beauftragt.

Nach dem Tod Friedrichs II. sei es zu Thronstreitigkeiten zwischen den Habsburgern und den Wittelsbachern im Reich gekommen. Dabei wurde Herrieden von einem Wittelsbacher belagert, auf dessen Seite als Stadtherr Herriedens auch der Eichstätter Bischof stand. Diese Belagerung endete in einer Katastrophe für Herrieden. Die Stadt wurde zerstört, die Stadtmauer geschleift. Und die Gebeine des heiligen Deocar wurden nach Nürnberg verbracht.

Noch während der Belagerung Herriedens hat Ludwig der Bayer Urkunden in seinem Feldlager ausgestellt. Eine am 26. März 1316, in der er darüber informiert, dass er mit dem Rat der kürzlich in Nürnberg versammelten Fürsten und Getreuen die Güter und Rechte der Habsburger in der Innerschweiz konfisziert und dem Reich übertragen habe. In der anderen vom 29. März 1316 bestätigt Ludwig der Bayer, so berichtete Peter Niederhäuser, „den Leuten der Talschaft Schwyz folgende Privilegien: die Freiheitsbriefe von 1240 von Kaiser Friedrich II., von 1291 von König Rudolf I., von 1309 von König Heinrich VII. und von 1310 von König Heinrich VII." Beide Urkunden werden im Staatsarchiv des Kantons Schwyz aufbewahrt.

In seinem Vortrag berichtete Niederhäuser von der Belagerung Herriedens, vom Verhältnis König Ludwigs zu den Habsburgern, von den Schweizer Freiheitsbriefen von 1316 und von der Schweizer Freiheitsgeschichte. Nachdem im Spätherbst 1315 die Habsburger von den Eidgenossen bei Morgarten geschlagen worden waren, suchten sie zur Absicherung ihrer Rechte den Kontakt zu Ludwig dem Bayern.

In den Urkunden vom 29. März 1316 bekamen im Ergebnis die Bürger der Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden wegen ihrer Unterstützung Ludwigs ihre Freiheitsrechte bestätigt. Damit wurde Herrieden zu einem zweiten Rütli der Schweiz - und in den Altmühlauen wurde die Eidgenossenschaft, die keinem Herren, Fürsten oder König untertan war, bestätigt, so Niederhäuser.

Foto von der Veranstaltung am 29.03.16

Foto von der Veranstaltung am 29.03.16

Foto von der Veranstaltung am 29.03.16

Foto von der Veranstaltung am 29.03.16

Alexander Biernoth, FLZ

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