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Verabschiedung aus dem Ehrenamt von Stadtratsmitglied Alfons Brandl

Verabschiedung aus dem Ehrenamt von Stadtratsmitglied Alfons Brandl

In der Stadtratssitzung vom 15.12.2021 verabschiedete Erste Bürgermeisterin Dorina Jechnerer Herrn Alfons Brandl aus dem Stadtrat:

"Sehr geehrter Herr Brandl, am 06. Oktober 2021 haben Sie Ihren Rücktritt aus dem Stadtrat mit Ablauf des 31.12.2021 erklärt. In Ihrem Rücktrittsschreiben haben Sie auch die Gründe für Ihren Rücktritt dargelegt: Seit Ihrem Nachrücken in den Bayerischen Landtag im Mai 2020 ist es Ihnen nahezu unmöglich, an den Stadtratssitzungen regelmäßig teilzunehmen. In den meisten Fällen finden Plenarsitzungen oder Gremien-Sitzungen in München parallel zu den Sitzungen des Stadtrates statt. Ihrem Selbstverständnis als gewähltem Mandatsträger entspricht es jedoch, dass Sie regelmäßig an den Sitzungen teilnehmen wollen. Weil sich die beiden Ämter zeitlich kaum vereinbaren lassen, haben Sie nun Ihren Rücktritt als Stadtrat erklärt.
Wenn wir Sie heute aus dem Stadtrat verabschieden, blicken wir nicht nur auf die vergangenen 20 Monate zurück, in denen Sie als Stadtrat tätig waren. Unsere Zeitreise, zu der ich Sie und alle Anwesenden nun einlade, führt zurück bis ins Jahr 2002 - in das Jahr, das Sie, Herr Brandl als siegreichen Bürgermeisterkandidaten nach Herrieden, in die Aktivstadt an der Altmühl, geführt hat. Aktiv haben Sie von da an bis 2020 die Geschicke unserer Stadt als Bürgermeister gelenkt.
Wer verreist, benötigt Proviant. Und daher habe ich für unsere kleine Zeitreise auch eine Tasche vorbereitet. Ihr Inhalt soll zentrale Projekte Ihres Wirkens in Erinnerung rufen. Es ist eine kleine Tasche, sodass diese Zeitreise freilich nur schlaglichtartig und ohne Anspruch auf Vollständigkeit die letzten 20 Jahre Revue passieren lassen kann:
Unser neues Herrieder Radtrikot werden Sie sicher in Ehren halten und auch in Zukunft beim Sport gut gebrauchen können. Es erinnert aber auch daran, dass Sie 2008 die Deutschlandtour nach Herrieden geholt haben. Die Bilder dieses sportlichen Großereignisses sind uns sofort wieder präsent. In Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg haben Sie mit dieser Veranstaltung ein sportliches und gesellschaftliches Ausrufezeichen gesetzt, das weit über unsere Aktivstadt an der Altmühl hinausgewirkt hat. Nicht nur bei diesem Anlass gab es Grund zu feiern. Und wenn wir bei unserer gemeinsamen Zeitreise heute zurückblicken und im Anschluss miteinander anstoßen wollen, dann tun wir das nicht ohne Grund mit einem Hesselberger Secco. Denn von 2005 bis 2011 waren Sie auch Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg. Als besonders eindrucksvolles Projekt, das in Kooperation mit der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg unter Ihrer Ägide in Herrieden auf den Weg gebracht wurde, muss natürlich unbedingt der BärenlochBIKEPark erwähnt werden. Doch nicht nur für Herrieden, sondern auch für die gesamte Region haben Sie sich in den vergangenen 20 Jahren in unterschiedlichen Funktionen stark engagiert. Von 2009-2020 haben Sie als 1. Vorsitzender der Fränkischen Moststraße den regionalen Gedanken und den Erhalt unserer heimischen Kulturlandschaft in besonderer Weise unterstützt. Was könnte dieses Anliegen besser verdeutlichen als dieser Apfel. Denn Ziel der Fränkischen Moststraße ist es ja, die landschaftsprägenden Streuobstwiesen zu erhalten und die Wertschöpfung, die sich daraus entwickeln kann, zu fördern. In über 70 Moststationen lässt sich mittlerweile viel Wissenswertes rund um das Thema Streuobst erleben, genießen und erfahren.
Dass man nicht nur regional genießen kann, sondern auch Schokolade mit bestem Gewissen naschen darf, wissen wir in der fairen Stadt Herrieden spätestens seit 2015. Damals überreichte Ihnen der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, die entsprechende Urkunde. Im Jahr vorher hatte der Stadtrat beschlossen, dass sich die Stadt um die Zertifizierung als „Fairtrade Town" (Stadt des gerechten Handels) bewerben soll. Dass diese Initiative keine Eintagsfliege geblieben ist, zeigen die vielen Projekte und auch die erfolgreiche Re-Zertifizierung als faire Stadt im vergangenen Jahr. Die Stadt Herrieden erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne und trägt für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Stadt. Sichtbare Spuren haben Sie auch bei verschiedenen Bauprojekten hinterlassen. Seit der Fertigstellung des Anbaus und der Generalsanierung der Grund- und Mittelschule haben viele Kinder von den modernen und gut ausgestatteten Schulräumen profitiert. Alle ABC-Schützen, die am ersten Schultag stolz ihre Schultüten in den Händen halten, finden von Anfang an eine angenehme und moderne Lernatmosphäre vor. Und spätestens seit der Corona-Pandemie wissen wir die zentrale Lüftungsanlage in besonderer Weise zu schätzen.
Alle, die heute vom Parkplatz am Freibad zur Schule gekommen sind, konnten die Baumaßnahmen kaum übersehen. Aktuell werden die Herrieder Schulen ans Breitband angeschlossen und damit wird ein Projekt fortgesetzt, dass Sie, Herr Brandl, angestoßen haben. Musste man sich bis 2014 in Herrieden und in den Ortsteilen noch mit „Breit-Band-Nudeln“ begnügen, wird seitdem nach und nach das Herrieder Breitbandnetz ausgebaut. Und eifrig gebaut wurde auch am Stadtschloss. Dass heutzutage kein Prinz eine Rolle (überreicht wurde eine Prinzenrolle) in diesem Schloss spielt, außer möglicherweise bei Herrieder Schlosslicht-Spielen, steht außer Frage. Im Jahr 2009 erwarb die Stadt Herrieden den Gebäudekomplex und sicherte einige bereits stark einsturzgefährdete Bereiche. Im Mai 2019 konnte die feierliche Eröffnung des ersten Teils des Stadtschlosses gefeiert werden. Und unter normalen Umständen würden wir auch heute dort im Ratssaal tagen und wären somit am Ende unserer Zeitreise auch am Ort des Geschehens angelangt.
Doch eine Überraschung wartet noch in unserem Reisegepäck: Ein Presssack! Ja, lieber Herr Brandl, Sie haben immer wieder betont, dass Sie an den Themen, die Sie gerade beschäftigen, dranbleiben „wie die Katz am Presssack“. Deshalb darf diese Wegzehrung auf keinen Fall fehlen.
Wir danken Ihnen herzlich für das, was Sie für unsere Stadt als Bürgermeister und Stadtrat erreicht haben. Wir danken Ihnen auch für das, was Sie in Ihrer Funktion als Landtagsabgeordneter für unsere Heimat bewegen. Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich – auch in Namen der Geschäftsleitung – für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken: Ihre äußerst hilfreichen Informationen finden regelmäßig und immer brandaktuell den Weg von Ihrem Landtagsbüro in unser Rathaus.
Wir wünschen Ihnen alles Gute, viel Kraft, Energie und Ausdauer. Bleiben Sie gesund und haben Sie weiterhin viel Freude und Erfolg bei Ihrer Arbeit!"

Verabschiedung Alfons Brandl

Erste Bürgermeisterin Dorina Jechnerer und Alfons Brandl, Mitglied des Bayerischen Landtags